Politik

Merkel hört Nationalhymnen im Sitzen

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Das Programm der Kanzlerin kennt keine Pause. Kurz nach ihrem Zitteranfall empfängt Angela Merkel die dänische Ministerpräsidentin. Das Protokoll entlastet sie.

Entspannter Empfang: Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm mit Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen auf Stühlen vorm…

Nach mehreren Zitteranfällen bei der Begrüßung ausländischer Regierungschefs absolviert Bundeskanzlerin Angela Merkel das Zeremoniell an diesem Donnerstag teilweise im Sitzen. Auf einem Podest vor dem Kanzleramt, auf dem Merkel und ihr Gast üblicherweise die Nationalhymnen hören, standen zwei Stühle mit weißem Stoffbezug bereit. Um 12.30 Uhr empfing die Kanzlerin die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit militärischen Ehren. Für die Hymnen nahmen beide auf den Stühlen Platz, anschließend schritten sie die Ehrenformation der Bundeswehr ab. Die Kanzlerin wirkte bei dem vielbeachteten öffentlichen Auftritt entspannt.

Trotz des jüngsten Vorfalls setzt Merkel damit ihr Arbeitsprogramm plangemäß fort. Am Sonntag will die Bundeskanzlerin auf Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an der traditionellen Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris teilnehmen.


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Am Mittwoch hatte Merkel beim Empfang des finnischen Regierungschefs Antti Rinne in Berlin eine weitere Zitterattacke erlitten – die dritte innerhalb von drei Wochen in der Öffentlichkeit. Danach versicherte sie, es gehe ihr gut: „Man muss sich keine Sorgen machen.“

Zum ersten Mal war das Zittern Mitte Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beobachtet worden. Als Erklärung wurde Wassermangel genannt. Neun Tage später zitterte die Kanzlerin bei der Ernennung der neuen Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) erneut. Diesmal hieß es, der Anfall gehe auf die psychologische Verarbeitung der ersten Attacke zurück.

So begründete Merkel nun auch den neuerlichen Anfall vom Mittwoch. Sie sei immer noch in der Verarbeitungsphase. „Die ist offensichtlich noch nicht ganz abgeschlossen, aber es gibt Fortschritte. Und ich muss damit jetzt eine Weile leben“, sagte sie. „Ich glaube, dass es so, wie es gekommen ist, eines Tages auch vergehen wird.“ Die Frage, ob Merkel in den vergangenen drei Wochen in ärztlicher Behandlung war, blieb bisher offen.

Video10.07.2019, 13:16 Uhr00:27 Min.Merkel zittert erneut bei öffentlichem Auftritt

Bericht: Merkels Blutwerte sind in Ordnung

Die „Bild“-Zeitung berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, Merkel habe sich bereits nach dem ersten Anfall intensiv untersuchen lassen. Unter anderem sei ihr Blut wegen des Verdachts auf Mineralstoffmangel untersucht worden. Die Blutwerte seien aber in Ordnung, heißt es in dem Bericht.

Viel Zeit zum Erholen haben Regierungschefs in der Regel nicht. Auch Merkel hat meist wenig Zeit zum Durchatmen. Allein an diesem Freitag hat sie drei öffentliche Termine: die Entgegennahme eines Sondergutachtens zum CO2-Preis, den Festakt zur Eröffnung der Berliner James-Simon-Galerie sowie die Feier zum 50. Jahrestag des Entwicklungshelfergesetzes.

Nach ihrer Paris-Reise besucht Merkel dann am Montag Görlitz und Dresden. Am Dienstag wird im Europaparlament in Straßburg mit der Entscheidung über die neue EU-Kommissionspräsidentin gerechnet. Wird Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) tatsächlich gewählt, muss Merkel ihr Kabinett umbilden. Am Mittwoch tagt das Bundeskabinett – und Merkel wird an diesem Tag 65 Jahre alt. Kurz danach dürfte es dann in den Sommerurlaub gehen. (Tsp, dpa)

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