Politik

Ihre verschleppte Not

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Ohne Paketboten läuft nichts mehr, aber die Branche beutet Boten oft aus. Oder tut zumindest nichts dagegen. Das muss sie ändern. Ein Kommentar.

Husch, husch! Ein Paketbote liefert Päckchen aus.

Sie sind die Nomaden der Moderne, sie schleppen von früh bis spät. Meist unter enormem Zeitdruck, oft zu unanständigen Bedingungen: die Rede ist von Paketzustellern. „Mafiöse Strukturen“ wirft Verdi-Chef Frank Bsirske der Branche vor und fordert die Politik auf, sich wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Hungerlöhne einfallen zu lassen. Doch wie können die aussehen? Der Mindestlohn ist gesetzlich geregelt, Scheinselbstständigkeit ist verboten. Und trotzdem ahnen wir Verbraucher, unter welchen Bedingungen die Menschen arbeiten, die an unseren Türen klingeln und das Buch oder die Schuhe abgeben. Brauchen wir also noch mehr Gesetze, noch mehr Verbote? Wahrscheinlich bringt das wenig. Wirkungsvoller wäre es, wenn etwa Gewerbeämter genauer hinsehen, welchen Firmen aus EU-Ländern sie die Ausübung von Dienstleistungen gestatten. Oder wenn Sozialversicherungen und Zoll die Einhaltung des geltenden Rechts besser kontrollierten. Den größten Beitrag im Kampf gegen Ausbeutung aber kann die Branche selbst leisten. Indem sie verbindliche Standards für die Vergabe von Aufträgen an Subunternehmen festlegt und auf deren Einhaltung achtet.

Heil legt Gesetzentwurf für Paketdienste vor

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