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Eigentlich zu schwer dafür: Wie Geckos übers Wasser laufen

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Dass die Oberflächenspannung des Wassers Spinnen und Insekten dazu befähigt, sich darauf fortzubewegen, war bekannt. Wie das jedoch Geckos anstellen, kann nicht erklärt werden. Bis jetzt.

Geckos können auf dem Wasser laufen. Sie schlagen dazu unter anderem mit ihren Füßen auf die Wasseroberfläche und treiben ihre Körper durch seitliche Wellenbewegungen voran, berichtet ein internationales Forscherteam um Jasmine Nirody von der University of California (Berkeley) im Fachmagazin "Current Biology". Es hatte die Fortbewegung detailliert am Saumschwanz Hausgecko (Hemidactylus platyurus) untersucht.

Den Laboruntersuchungen war eine Beobachtung von einem der beteiligten Forscher im Freiland vorausgegangen: Ardian Jusufi vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart hatte während seines Urlaubs in Singapur einen Gecko über eine Wasserfläche flitzen sehen und gefilmt. Zurück bei der Arbeit zeigte er das Video seinen Kollegen – und ein neues Forschungsprojekt war geboren.

Erstaunlich war für die Wissenschaftler, dass ein solches Verhalten von Tieren in der Größe eines Geckos nicht bekannt war und nicht ohne weiteres erklärbar ist. Kleinere Tiere, wie Spinnen oder Insekten, können dank der Oberflächenspannung des Wassers auf diesem laufen. Größere Tiere können das vor allem dank ihrer kräftigen Beinschläge, etwa Basilisken, die zu den Leguanen gehören. Geckos jedoch sind eigentlich zu schwer, um allein die Oberflächenspannung zu nutzen und nicht kräftig genug, um sich mit ihren Beinen allein über dem Wasser zu halten.

Kombination aus zwei Methoden

Das Team um Nirody fand nun heraus, dass die Geckos beim Wasserlaufen eine Kombination verschiedener Methoden einsetzen. Die Wissenschaftler ließen für ihre Untersuchung acht Tiere dutzende Male im Labor über eine Wasserfläche huschen. Die Videoaufnahmen zeigten, dass die Tiere auf dem Wasser eine ähnlich hohe Geschwindigkeit wie an Land erreichen. Ihr Körper ist dabei nicht vollständig über dem Wasser: Der Hinterleib berührt die Wasseroberfläche, der Schwanz ist gänzlich untergetaucht.

Die genauere Betrachtung ergab, dass die Tiere ähnlich wie die Basilisken ihre Füße auf die Wasseroberfläche schlagen. "Wenn sie das Wasser treffen, erzeugen sie eine Luftblase, die eine zusätzliche Kraft erzeugt und ihrem Körper hilft, über Wasser zu bleiben", erläutert Nirody. Allerdings reicht die dadurch erzeugte Kraft allein nicht aus, um ein Laufen auf dem Wasser zu ermöglichen, fanden die Forscher.

Auf Seifenwasser laufen ist schwerer

Um herauszufinden, ob die Oberflächenspannung des Wassers eine weitere, tragende Rolle spielt, versetzten sie das Wasser mit Seifenlauge. Dadurch sinkt die Oberflächenspannung. In der Folge sanken auch die Tiere – zwar nicht vollständig, aber doch deutlich tiefer ins Wasser hinab. Außerdem wurden sie erheblich langsamer.

Zuletzt hilft den Geckos vermutlich ihre extrem wasserabweisende Haut, über dem Wasser zu bleiben, berichten die Forscher weiter. "Außer der Oberflächenspannung und dem Wasserschlagen haben sie also ihren eigenen Spezialtrick", sagt Nirody. Zusätzlichen Antrieb erzeugen die Tiere, indem sie mit Körper und Schwanz seitliche, wellenförmige Bewegungen erzeugen.

Die Wissenschaftler glauben, dass ihre Ergebnisse nützlich sein werden bei der Entwicklung von Robotern, die über Wasser laufen. Ein sich wellenförmig bewegender Schwanz könne deren Stabilität und Geschwindigkeit verbessern, wasserabweisende Materialien Zugkräfte minimieren.

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