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Frankfurter Himmelsstürmer setzen sich keine Grenzen

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Frankfurt/Main (dpa) – Die freudetrunkenen Fans skandierten im Überschwang der Gefühle «Europas beste Mannschaft – SGE», und auch der ansonsten stets zurückhaltende Adi Hütter ließ sich am Ende eines magischen Fußball-Abends von der euphorischen Stimmung mitreißen.
«Wir haben wieder ein absolutes Spektakel erleben dürfen. Olympique Marseille mit 4:0 aus dem Stadion zu schießen, ist schon etwas Besonderes», lobte der Trainer von Eintracht Frankfurt seine Mannschaft für die furiose Gala gegen den kläglich gescheiterten Vorjahresfinalisten.
Die Eintracht ist derzeit Deutschlands aufsehenerregendstes Team auf internationaler Bühne. Mit dem fünften Sieg im fünften Spiel machten die Hessen vorzeitig den Gruppensieg perfekt, da Verfolger Lazio Rom in Limassol mit 0:2 verlor. «Dass wir nach fünf Spieltagen 15 Punkte auf dem Konto haben und damit klar die Gruppe gewinnen, ist natürlich etwas überraschend», stellte Hütter fest. «Aber es ist ein tolles Gefühl.»
Die Hessen scheinen bei ihrem sportlichen Höhenflug derzeit keine Grenzen zu kennen. Das 4:0 gegen Marseille durch einen Doppelpack von Luka Jovic (1./67. Minute) sowie zwei Eigentore der Franzosen von Luiz Gustavo (17.) und Bouna Sarr (62.) war bereits das elfte Pflichtspiel in Serie ohne Niederlage – bei zehn Siegen. «Das ist keine Selbstverständlichkeit. Wir haben uns Respekt verschafft. Kompliment an die Mannschaft», lobte Hütter am Freitag.
Die Eintracht hat das Verlieren verlernt, was die Frage aufwirft: Wo soll das noch hinführen? «Wir setzen uns nach oben keine Grenzen», sagte Mittelfeldspieler Danny da Costa. «Wir sind extrem hungrig und hochmotiviert. Wir wollen den Lauf solange wie möglich weiterführen.»
Das soll am Sonntag in der Bundesliga auch der VfL Wolfsburg zu spüren bekommen. «Wir haben momentan eine Mannschaft auf dem Platz, die begeisternden und attraktiven Fußball spielt», sagte Hütter und ergänzte: «Ich habe nicht das Gefühl, dass ein Einbruch kommen könnte.»
Egal, wen Hütter derzeit auf das Feld schickt – jeder liefert ab. «Wir haben teilweise hervorragend gespielt», lobte der Eintracht-Coach sein Personal. Dabei hatte der Österreicher einige «Hinterbänkler» in die Startformation beordert. Gegen Wolfsburg ist wieder eine Rotation angesagt – so werden wohl die Stammkräfte Evan Ndicka, Filip Kostic, Jonathan de Guzmán und Ante Rebic in die Startformation zurückkehren. Zudem steht Abwehrspieler Carlos Salcedo vor seinem Comeback.
Aggressiv, attraktiv und erfolgreich: So präsentiert sich die Eintracht im Spätherbst 2018. Für Urgestein Marco Russ, der bereits seine 13. Saison im Trikot mit dem Adler auf der Brust bestreitet, eine völlig neue Erfahrung. «Was wir jetzt spielen, ist nicht zu vergleichen mit der Vergangenheit. Da greift jedes Rädchen in das andere», stellte der 33 Jahre alte Kapitän fest.
Im letzten Gruppenspiel am 13. Dezember in Rom geht es für die Frankfurter nun nur noch um das Prestige und ein bisschen Geld. Finanziell hat sich die Europa League aber längst schon gelohnt. Neben dem Antrittsgeld von 2,4 Millionen Euro hat die Eintracht bisher 2,85 Millionen Euro an Siegprämien verdient. Für das Weiterkommen als Gruppensieger gibt es noch einmal 1,5 Millionen Euro. Macht zusammen 6,75 Millionen Euro – und das Konto soll weiter aufgestockt werden.

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