Politik

„Erdogan glaubt, die kurdische Bewegung mit Krieg besiegen zu können“

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Die Türkei bereitet einen Einmarsch in die kurdischen Gebiete in Syrien vor. PKK-Gründer Öcalan ist seinem Anwalt zufolge zu Verhandlungen mit Erdogan bereit.

In der türkischen Kurdenmetropole Diyarbakir fordern Demonstranten immer wieder die Freilassung des inhaftierten PKK-Gründers…

Ein Anwalt des einflussreichen Gründers der kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, fordert nach den türkischen Angriffen auf die syrischen Kurden schärfere internationale Reaktionen. „Öcalan ist nach wie vor zu Verhandlungen mit der türkischen Regierung bereit“, sagte Anwalt Mahmut Sakar dem Tagesspiegel.

„Sowohl über eine Waffenruhe als auch über Formen kurdischer Autonomie innerhalb des türkischen Staates.“ Die internationale Gemeinschaft aber müsse den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan daran hindern, Nordsyrien zu besetzen: Erdogan bereitet eine Invasion der Rojava genannten Autonomiezone vor, 2018 hatte er dort die Kurdenhochburg Afrin besetzen lassen.
„Erdogan glaubt, die kurdische Bewegung mit Krieg besiegen zu können“, sagte Sakar. „Viel hängt davon ab, wie sich die internationalen Mächte zum Angriff auf Rojava verhalten.“ Rojava wird von der säkular-kurdischen PYD regiert, die als Schwesterpartei der auch in Deutschland verbotenen PKK gilt und im Kampf gegen Islamisten von den USA unterstützt wurde.

Da die US-Truppen abziehen, verhandelt Erdogan mit Wladimir Putin über einen türkischen Einmarsch in Syrien. Putin unterstützt Syriens Zentralregierung, die ebenfalls Anspruch auf die Kurdenregion erhebt. Die PYD favorisiert an der syrisch-türkischen Grenze eine Sicherheitszone der Vereinten Nationen.

Mahmut Sakar gehörte nach Öcalans Festnahme 1999 zu seinen ersten Anwälten und lebt nun im deutschen Exil. Öcalan sitzt auf einer türkischen Gefängnisinsel eine lebenslange Haftstrafe ab. Erstmals seit mehr als zwei Jahren durfte er kürzlich Besuch empfangen – seinen Bruder. Politiker der prokurdischen Oppositionspartei HDP befinden sich derzeit im Hungerstreik, auch um gegen Öcalans Haftbedingungen zu demonstrieren.


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